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 Der Kuss des Morgenlichts von Leah Cohn

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Aiyana
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BeitragThema: Der Kuss des Morgenlichts von Leah Cohn   Di 5 Okt - 17:22

Informationen zum Buch:
Erschienen bei: Krüger
Erschienen: April 2010
Einband: gebunden
ISBN: 978-3810510747
Der Kuss des Morgenlichts bei amazon
Homepage der Autorin Leah Cohn


Kurzbeschreibung von amazon.de schrieb:
Als die Musikstudentin Sophie dem faszinierenden Cellisten Nathanael Grigori begegnet, ist es für sie die große Liebe. Doch schon nach einem kurzen Sommer der Leidenschaft verlässt er sie plötzlich und ohne Erklärung. Sophie ist am Boden zerstört, einzig ihre gemeinsame Tochter Aurora bleibt ihr als Erinnerung. Doch als Aurora sieben Jahre alt wird, verändert sie sich auf sonderbare Weise. Sophie ahnt nicht, dass um sie ein uralter Kampf zwischen Gut und Böse entbrannt ist. Denn Nathanael und Aurora sind Nephilim: unsterbliche gefallene Engel, die einen Auftrag zu erfüllen haben...


Anmerkung zum Buch
In „Der Kuss des Morgenlichts“ wird die Geschichte von Sophie, die auch direkt als Erzählerin fungiert, wiedergegeben. Der Schreibstil der Autorin ist fließend, reich an Aufzählungen und leicht zu verstehen. Durch die verträumte Art der Protagonistin wird der Leser schnell in die Gefühlswelt von Sophie eingeführt und kann so auch direkt eine Beziehung zu ihr aufbauen.
Auf knapp 430 Seiten erleben wir hautnah mit, was sich in Sophies Gefühlswelt abspielt, wie sie mit Veränderungen umgeht, was die Musik in ihr auslöst und was ihre größten Ängste sind. Gut gefallen hat mir hier die Entwicklung Sophies, die sich vom unscheinbaren Ding zu einer selbstbewussten Frau gemausert und dabei nichts an Natürlichkeit und Sympathie eingebüßt hat. Durch ihre Sicht der Dinge stellt sich der Leser bald die gleichen Fragen wie sie und wenngleich er sicherlich um einiges schneller dabei ist, die Rätsel zu lösen, wirkt Sophie in ihrem Tempo nicht langsam.
Während wir die Erzählerin gut kennenlernen, bleiben all die anderen Charaktere fast gänzlich blass. Fast das gesamte Buch über erzählt Sophie die Geschichte lediglich anstatt uns auch mal daran teilhaben zu lassen und die wenigen Szenen, in denen der Leser die Handlung hautnah mitbekommt, waren für meinen Geschmack viel zu rar. Die paar und immer wieder nur kurz gehaltenen Dialoge konnten -wenngleich man so zumindest einen kleinen Blick auf die weiteren Charaktere bekommt- auch nichts daran ändern, dass mir alle anderen neben Sophie immer noch fast fremd sind. Besonders gestört hat mich das im Fall von Nathan. Er ist der männliche Gegenpart und ich weiß kaum etwas über ihn, konnte nie richtig hinter seine Fassade blicken, weil ich mir selber nur ein sehr verschwommenes Bild von ihm bilden konnte. Wenig vorteilhaft finde ich auch die Tatsache, dass sich die kleine Aurora in Satzstellung und Ausdrucksweise nicht von ihrer Mutter unterscheidet. Während ich das im Zuge ihrer Veränderungen noch gerade so hätte nachvollziehen können, war das Mädchen leider auch ansonsten nichts Eigenständiges (natürlich nur auf den Satzbau und die Ausdrucksweise bezogen, denn wirklich mehr bekommt der Leser hautnah gar nicht mit), sondern reihte sich in den sprachlichen Einheitsbrei der Dialoge ein und da half auch kein „Mama“ oder „Mami“ um sie irgendwie altersgerechter darzustellen.
Gut umgesetzt war jedoch wiederum der Zwiespalt in dem Sophie sich befindet, hin- und hergerissen zwischen Muttersein und der Angst um und vor ihrem Kind. Hier spürte man wieder die Bindung zum Charakter, das Mitfühlen war möglich und man konnte dadurch auch erneut ein wenig über ihre Umgebung erfahren. Sie schildert ihre Beobachtungen, die Veränderungen, die ihre Tochter durchmacht, die Kleinigkeiten, die ihr bei Cara auffallen, den Eindruck, den ihr Nachbar bei ihr hinterlässt und auch Nathans Gesichtsausdruck bei ihrer ersten Begegnung nach 7 Jahren nimmt sie bis ins kleinste Detail wahr. Allerdings hilft das dem Leser auch nicht wirklich dabei, ein bisschen Farbe in die trist dargestellten Nebencharaktere zu bringen. Es scheint fast so, als wäre die Autorin hier gänzlich darin aufgegangen Sophie zu formen und hätte dabei völlig vergessen, dass auch die Welt um sie herum sehr wichtig ist, um der Geschichte Leben und Charme einzuhauchen.
Die Rätsel, mit denen Leah Cohn den Leser füttert, glänzen -obwohl sie nicht schlecht sind- leider auch nicht von Ausdauer, denn viel zu schnell gelingt es, Licht ins Dunkel zu bringen. Einzig die Frage, wessen Perspektive hier und da, in geschwungener Schrift und in der 3. Person geschrieben, in die Geschichte miteinfließt, hält sich fast bis zum Schluss. Mir, der es persönlich viel Spaß macht, während des Lesens zu rätseln und ein bisschen Detektiv zu spielen, war das eindeutig zu wenig.
Sprachlich allerdings konnte die Autorin mich völlig überzeugen. Mit einer scheinbaren Leichtigkeit wirkt die Geschichte erzählt und die immer wiederkehrende Verbindung zur Musik hat mich Gefühle und Liebe mal auf eine andere Weise erleben lassen.


Fazit
„Der Kuss des Morgenlichts“ ist mit seinen Hochs und Tiefs mit Sicherheit kein Meisterwerk, aber es ist auch kein Buch, von dem man definitiv die Finger lassen sollte. Genauso, wie es schlecht umgesetzte Handlungsstränge hat, hat es auch welche, die wirklich gut gelungen sind und die man dann auch gerne liest.
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