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 Gesa Schwartz - Grim | Das Siegel des Feuers

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Shiku
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BeitragThema: Gesa Schwartz - Grim | Das Siegel des Feuers   So 11 Apr - 20:33


Titel: Grim - Das Siegel des Feuers
Autor: Gesa Schwartz
Erscheinungsjahr: 2010
Seiten: 677
Verlag: Egmont LYX
ISBN: 978-3-8025-8303-2
Preis: 19,95€


Klappentext:
“Sie fürchten und beschützen uns seit uralter Zeit. Sie sind der kalte Hauch, der in einer warmen Sommernacht deine Wange streift, wenn du schläfst, und sie sind der schwache Duft von Dunkelheit im Morgengrauen. Sie sind die gefallenen Engel unserer Zeit, sie sind – die Gargoyles.“

Der Gargoyle Grim wahrt das steinerne Gesetz, nach dem niemals ein Mensch von der Existenz seines Volkes erfahren darf. Doch dann wird dieses Gesetz aufgrund eines rätselhaften Pergaments gebrochen. Gemeinsam mit der jungen Sterblichen Mia, einer Seherin des Möglichen, will Grim das Geheimnis des Pergaments ergründen. Sie ahnen nicht, dass sie einem Rätsel auf der Spur sind, welches das Schicksal der ganzen Welt bedroht …



Meine Meinung:
Mein erster Eindruck nach dem Lesen war: wow!
Ich war vollends begeistert und konnte das Buch kaum weglegen. Doch irgendwann legte sich diese Begeisterung auch wenig und das bisher eher perfekte Image bekam einige Risse.
Mir fielen Fehler auf, Dinge, die ich so nicht unbedingt gutheißen konnte.
Mit “Grim – Das Siegen des Feuers” kreiert Gesa Schwartz eine äußerst interessante Welt, die inmitten unserer existiert und wohl jedem zum Träumen bringt, selbst wenn einiges im Argen liegt. Dennoch üben diese steinernen Geschöpfe, die Gargoyles, eine Anziehungskraft aus, die schwer zu erklären ist – was jedoch klar ist: Frau Schwartz hat so etwas wie eine Marktlücke erkannt.
Und in eben dieser Welt lebt der Gargoyle Grim, der etwas anders ist als die anderen: Er hat Gefühle und sehnt sich nach den Menschen, obgleich er dieses zu unterdrücken versucht. Schwierig wird es, als sich eine langjährige Freundin als Menschenfreundin entpuppt und Grim erneut eng mit einem Menschen zusammenarbeiten muss – etwas, das er zu vermeiden versuchte.
Insgesamt sind diese beiden Charaktere – Grim und Mia gut beschrieben, sie gewinnen etwas Tiefe, zumal sie auch die Hauptpersonen sind. Dennoch denke ich, dass da noch mehr zu holen gewesen wäre. Mia wirkt noch ein wenig flacher als Grim, obwohl sie zwischendurch – in Momenten der Trauer – tatsächlich zu einem Menschen wird und nicht nur eine Romanfigut bleibt.
Grim dagegen hat seinen Charakter, seinen Charme, doch meiner Meinung nach lag die Autorin mit seinem “Sarkasmus” etwas daneben, so dass der Gargoyle irgendwann mehr wie ein störrischer kleiner Junge wirkt und gewiss nicht wie ein ehrbarer Gargoyle. Das, was er sagt, wirkt irgendwann leicht lächerlich. Auch fragt man sich unweigerlich, wie zum Teufel noch eins (um ihn mal zu zitieren) er, nachdem bereits fünf sogenannte Legenden als Wahrheit entpuppt wurden, immer noch alles als Legende und somit schier unmöglich abtun kann.
Nebencharaktere dagegen bleiben völlig flach, auch wenn eine Entwicklung manchmal sehr wünschenswert gewesen wäre. Remis zum Beispiel bleibt der flatterhafte, hibbelige Kobold, der Grim manchmal nervt. Mourier ist überwiegend ein fetter, nerviger Löwe mit einem Hang zu lächerlichen Kostümen, was in einer recht überzogenen Art und Weise dargestellt wird. Krallas ist und bleibt ein Schmierling, ekelhaft – Entwicklung ist da keine.
Wie man an der Länge der Ausführung sehen kann, ist dies auch mein Hauptkritikpunkt. Das Buch bietet so viele Möglichkeiten, da hätte es auch richtig komplexe Figuren verdient.
Ansonsten wird es den Charakteren manchmal sehr, sehr leicht gemacht. Was sie sich vornehmen klappt wie durch ein Wunder fast ohne Probleme und sollte es doch welche geben, ist sofort immer jemand da, der sie rettet oder wieder auf den rechten Weg bringt. Dadurch geht natürlich einiges an Spannung verloren, besonders zum Ende hin. Ich ahnte damals ernsthafte Probleme, doch ein paar Seiten später hatte sich das schon wieder erledigt. Das schont natürlich die Nerven des Lesers, aber ob das die Aufgabe eines Buches ist?
Letzte Anmerkung ist lediglich die Sprache. Das Buch ist sehr dick – was ich als sehr schön empfand und immer noch empfinde – doch einige Wendungen und Flüche werden so oft benutzt, dass man es letztlich nur noch als Wiederholung empfinden kann. Das ist schade, da die Autorin sonst einen doch sehr schönen Schreibstil präsentiert und es mit wunderbaren Bildern vermag, das Geschehen vor den Augen des Lesers zum Leben zu erwecken.

Dennoch ist “Grim – Das Siegel des Feuers” eine wunderbare und auch überraschende Story, der es an Spannung – um das Buch gut zu machen – nicht mangelt. Es ist eine Welt, in der man sich verlieren kann, wenn man das nur will. Und deswegen bekommt dieses Buch von mir vier von fünf Sternen.
Perfekt ist es nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Laut Verlag ist bereits eine Fortsetzung in Planung – man kann also gespannt sein!

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BeitragThema: Re: Gesa Schwartz - Grim | Das Siegel des Feuers   Di 5 Okt - 16:16

Meine Meinung
In Grim – Das Siegel des Feuers wird dem Leser die Anderwelt abwechselnd aus Grims und Mias Sicht vor Augen geführt. Mit viel Liebe zum Detail hat Gesa Schwartz eine wunderbare neue Welt geschaffen, die beim Lesen fast real wurde. Besonders lustig fand ich die Vorstellung, dass die Wesen der Anderwelt mit unseren Zügen in ihre Welt fahren und dort dann erst einmal durch eine Art Passierschalter gehen müssen, um Einlass nach Ghrogonia zu erhalten. Die Idee ist simpel und doch wirkt sie alles andere als einfallslos, da sie absolut glaubwürdig in den Rahmen der Anderwelt eingefügt wurde.
Die Charaktere, die uns die gesamte Geschichte über begleiten sind allesamt sehr realistisch und einzigartig geformt. Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Macken und wird durch seine Natürlichkeit schnell zu einem gern gelesenen Namen. Besonders die Vielfältigkeit hat es mir hier angetan. Es dreht sich nicht nur um Menschen und Gargoyles, sondern auch Kobolde, Feenwesen, Waldschraten, Vampire, Hybriden etc wurden perfekt in dieses Werk mit eingebracht und zu keinem Augenblick wirkt diese Vielfalt als zu bunt.
„Grim“ ist ein Buch, welches voll von Situationen ist, in denen sich die Charaktere ihren Ängsten stellen müssen, in denen sie Entscheidungen treffen müssen, die ihr weiteres Leben betreffen und welches nicht nur einmal zum Nachdenken anregt.
Neben all den ernsteren Aspekten, die sich durch dieses Werk ziehen, vergisst Gesa Schwartz den Humor jedoch nicht. Selbst, wenn die Situationen es nicht erlauben sorgt der kleine Kobold Remis immer wieder für ein Schmunzeln auf den Lippen der Leser und der Gargoyle Mourier hat mir nicht nur einmal ein herzliches Lachen entlockt. Besonders eine Szene, in der er Grim sein Tüllkostüm überreicht, hat mir das Lesen kurzzeitig unmöglich gemacht!
Auch die Liebe darf in so einer Geschichte natürlich nicht fehlen und wenngleich die spannende Story die ganze Zeit über im Vordergrund steht, versteht es die Autorin, die leisen Gefühle immer wieder mit einfließen zu lassen und nachdem der Leser die ganze Zeit mit den beiden mitgefiebert hat, ist er am Ende genauso schlau wie vorher und fragt sich: sind sie nun oder sind sie nicht? Ich liebe solche kleinen Rätsel, die mir das Warten auf die Fortsetzung fast unerträglich machen.
Neben all diesen positiven Dingen gab es jedoch auch etwas, was mir nicht so gefallen wollte. Die ersten 200 Seiten lasen sich für mich wie eine sehr lange Einleitung. Ohne Frage waren sie wichtig für die Geschichte und ohne sie hätte man vieles nur mit Mühe verstanden, jedoch zogen sie sich ziemlich, weswegen ich für sie länger brauchte als für das gesamte restliche Buch.
Des weiteren hat Gesa im gesamten Werk immer großen Wert darauf gelegt, die Gefühle der Charaktere glaubwürdig und gut nachvollziehbar zu beschreiben. Als Mia jedoch erfährt, was sie ist und daraufhin die Anderwelt sieht, scheint es fast, als sei das für sie das Normalste der Welt. Auch als ihre Mutter darüber unterrichtet wird, was mit Jakob passiert ist und was Mia nun bevorsteht, wirken die Gefühle nicht so, wie sie für eine Mutter in so einer Situation typisch wären.


Fazit
Grim hebt sich eindeutig von den zur Zeit sehr beliebten Vampir- und Werwolfbüchern ab und allein das macht es schon zu etwas Besonderem. Aber auch der Charme, die Spannung, der Gefühlsreichtum und der Humor machen dieses Buch zu einem Werk, das man gerne liest und auf dessen Fortsetzung man mehr als nur gespannt sein darf!

4 von 5 Sternchen vergebe ich für das Buch! :D
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